Schulprogramm des Hans-Sachs-Berufskollegs Oberhausen

 



"Wer die Welt nur ökonomisch erklärt, wird eine junge Generation bekommen, die von allem den Preis und von nichts den Wert kennt."
(Bundespräsident Johannes Rau)





Technologisch – Nachhaltig – Werteorientiert

„Technologisch, nachhaltig, werteorientiert“, diesen Leitbegriffen aus dem Schulprogramm fühlen sich die Kolleginnen und Kollegen, aber auch unsere Schülerinnen und Schüler verpflichtet. Dies gilt nicht nur für den Unterricht: Technik und Ökologie sind ohnehin Unterrichtsthema und Unterrichtsprinzip, und die Erziehung zu Werten ist gesetzlicher Auftrag. Wir wollen aber unsere Leitbegriffe auch jenseits des Unterrichtes als Schule leben.
Es gilt diese Leitbilder möglichst in alle Handlungsfelder schulischen Lebens hineinzutragen. Da gibt es viele Möglichkeiten: wir müssen als Schule in Kompetenz und Ausstattung technisch auf dem neusten Stand sein, in unserem Handeln und in unserem Gebäude- und Ressourcenmanagement sollten wir uns ökologisch und nachhaltig verhalten und unsere Erziehungswerte auch selber vorleben.

Für die Umsetzung hat sich die Schule über ihre Mitwirkungsorgane ein Schulprogramm gegeben, welches ehrgeizig Zielsetzungen und Handlungsabsichten auf den verschiedensten Ebenen schulischen Lebens vorgibt und die es gemeinsam zu verwirklichen gilt.

Gute Schule entwickelt sich nicht von oben, sondern von der Basis durch mutige Lehrerinnen und Lehrer, die Altes und eingelaufene Pfade in Frage stellen, die Ideen haben und Neues wagen. Gleiches gilt für die „Kunden“ der Schule: für Schülerinnen und Schüler, für Eltern und Ausbildungsbetriebe und für die vielen Kooperationspartner, die unsere Schule hat. Sie alle müssen und dürfen zu guter Schule beitragen. Deswegen war es seit 2007 Absicht der Schulleitung, die Schulprogrammarbeit in die Hände engagierter Kolleginnen und Kollegen zu legen. Diese erarbeiten freiwillig und selbstgesteuert Vorstellungen, wohin sich das Hans-Sachs-Berufskolleg pädagogisch entwickeln soll.

Die Organisation der Schule, Aufbau und Abläufe, sind im Organisationshandbuch niedergelegt und beschrieben. Schulprogramm und Organisationshandbuch dokumentieren das inhaltliche und formale Schulleben des Hans-Sachs-Berufskollegs nach innen und nach außen. In den jährlich aktualisierten Organisationshandbüchern ist am Ende jeweils das dokumentiert, was es im vergangenen Schuljahr an wichtigen Projekten, Entscheidungen und Ereignissen gegeben hat. Eine umfassende Chronik der Schule fehlt, ist aber in Teilen in der Festschrift zur 125-Jahr-Feier aus dem Jahr 1990 niedergelegt. Ergänzt wird die Geschichte der Fortbildungsschule zu Oberhausen durch die Festschrift zu unserer 150-Jahr-Feier im Jahr 2015.

Im Mittelpunkt des Schuljahres 2015/16 stand die 150-Jahr-Feier. Weitere Schwerpunkte der Arbeit waren die Evaluation des Leistungskonzeptes und die Weiterarbeit an den Erziehungsstandards - beides mit messbarem Erfolg. Für das Schuljahr 2016/17 haben wir uns folgende Ziele und Arbeitsschwerpunkte gesetzt: die Wiederaufnahme der regelmäßigen Schülerbefragung zur Schulzufriedenheit und -qualität, die wir im Jubiläumsjahr ausgesetzt hatten, die Evaluation der Befragung des Lehrerkollegiums zum Schulleitungshandeln und die Verbesserung der schulinternen Kommunikation, eine Aufgabe die aus den Ergebnissen der Qulitätsanalyse und der Schüler- und Lehrerbefragungen resultiert.

Das Schulprogramm wird mit viel Fleiß und Mühe erarbeitet und ständig aktualisiert. Es basiert auf dem langfristig angelegten Profil der Schule und ist ein Steuerungsmittel, um die Schule als Ganzes und in Teilen behutsam, aber ehrgeizig weiterzuentwickeln. Durch die wiki-Struktur gibt es allen an der Bildungsarbeit Beteiligten die Möglichkeit, das was gerade gelebt oder geplant wird, sofort aktuell im Schulprogramm und in den Bildungsgangkonzepten zu veröffentlichen. Die Grundzüge und die Struktur, aber auch die langfristigen Ziele sind von der Schulkonferenz beschlossen worden, aber die Umsetzung und die Feinziele sollen sich schnell über diese Form der Planungsmitwirkung darstellen und umsetzen lassen.Es ist angedacht, in diesem Jahr das wiki durch den Didaktischen Wizard zu ersetzen. Mein besonderer Dank gilt denen, die am Programm und an der jetzigen Form mitgearbeitet haben und natürlich allen, die das mit ihrer Arbeit am Hans-Sachs-Berufskolleg umsetzen und leben.

Oberhausen, im Juli 2016

Marc Bücker
Oberstudiendirektor


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Technologisch

Das Hans-Sachs-Berufskolleg ist ein technisches Berufskolleg. Das Bildungsangebot umfasst die Bereiche Bautechnik, Elektrotechnik, Gestaltungstechnik, Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik, Kfz-Technik, Metalltechnik und Nahrungstechnik. Das zentrale Bildungsziel des technischen Berufskollegs ist, mit Blick auf das Schulgesetz und den Technik-Begriff, die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die erworbenen Kompetenzen sowie eine praktische Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse dienen letztlich der Produktion industrieller, handwerklicher und künstlerischer Erzeugnisse. Darüber hinaus nehmen wir Technologiefolgen auch kritisch in den Blick. Zur Erreichung der genannten Bildungsziele stehen technische Berufskollegs in einer besonderen Verantwortung.

Wir kommen der besonderen Verantwortung eines technischen Berufskollegs nach, indem wir...

  • uns auch weiterhin systematisch sowohl fachlich als auch methodisch und didaktisch fortbilden.
  • intensiv mit unseren Kooperationspartnern (Duale Partner, Berufsförderungswerk, Überbetriebliche Ausbildungsstätten...) zusammenarbeiten.
  • die technische Ausstattung unserer Werkstätten sowie der Klassen- und EDV-Räume kontinuierlich an den Stand der Technik anpassen.
  • uns mit unseren Werkstätten und handwerklichen Fertigkeiten gegenseitig unterstützen.
  • die regionale Handwerkskultur bei unserer Unterrichtsarbeit berücksichtigen.
  • die Thematisierung von Technikfolgen und „Technikvernarrtheit“ als Unterrichtsthema in unseren Didaktischen Jahresplanungen verankert haben.
  • den Anteil an fächerübergreifendem, ganzheitlichem Unterricht kontinuierlich erweitern.
  • die handwerklichen Elementarfertigkeiten und naturwissenschaftlichen Grundkenntnisse unserer Schülerinnen und Schüler frühzeitig systematisch fördern.
  • technische Neuerungen in Theorie und Praxis kritisch diskutieren.
  • neue Bildungsangebote entwickeln.
  • uns mit unserer technischen Kompetenz auch regionalen und überregionalen Partnern (z.B. Handwerkskammer, MZH, Schulen, Firmen) als Fort-, und Weiterbildungsstätte (Ausbildereignungsschein, Solarschule, Lehrerfortbildung) anbieten.
  • uns aktiv an der Entwicklung neuer Lehrpläne beteiligen.

Wir wollen unser technisches Profil schärfen, indem wir...

  • neue Technologien im Unterricht ausbauen und verstärkt einsetzen, z.B. durch Lernplattformen.
  • uns technisch auf dem neuesten Wissensstand halten.
  • den Gebrauch moderner Informations- und Kommunikationstechnologien in unserer schulischen Arbeit integrieren und weiterentwickeln (Nutzung Online-Stundenpläne, Emailkommunikation, und unter Vorbehalt: Online-Klassenbücher und Online-Terminkalender).

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Nachhaltig

Spätestens seit der Konferenz von Rio (1992) kommt der Entwicklung einer zukunftsfähigen Wirtschaft unter nachhaltigen Bedingungen global besondere Bedeutung zu. Nachhaltige Bedingungen befriedigen die Bedürfnisse heutiger und zukünftiger Generationen. Dabei sind ökologische Aspekte von zentraler Bedeutung.

Wir sind ein ökologisches Berufskolleg, weil wir...

  • eine Solarschule sind.
  • ein einzigartiges, in einem internationalen Schülerprojekt entstandenes Ökohaus haben.
  • auf unserem Schulgelände einen Solar-Schulungsturm errichtet haben, der einen Beitrag zur Energieversorgung der Schule leistet und von zahlreichen Bildungsgängen zu Unterrichtszwecken genutzt wird.
  • in Kooperation mit der Handwerkskammer Assistenten für energie- und ressourceneffizientes Wirtschaften im Handwerk ausbilden.
  • in Kooperation mit regionalen Partnern Informationstage zu Energie- und Umweltfragen durchführen.
  • vermitteln, dass Ökologie ein Produktionsfaktor zur Sicherung und Ausbau unseres Wohlstands ist.

Wir wollen unser ökologisches Profil schärfen, indem wir...

  • weitere alternative Energieerzeugungsarten als Versuchs- und Demonstrationaanlagen auf dem Schulgelände betreiben,
  • weitere benzinmotorgetriebene Fahrzeuge mit elektrischen Antrieben ausstatten.
  • ein Abfallmanagementsystem implementieren, das neben organisatorischen auch erzieherische Aspekte in den Blick nimmt.
  • die vorhandenen Einrichtungen (Ökohaus, Solarturm...) intensiver nutzen.
  • unser Schulgebäude und die Ausstattung nachhaltig bewirtschaften.
  • die Energie- und Ressourceneffizienz unseres Schulgebäudes zum Unterrichtsgegenstand machen und Lernsituationen / Projekte entwickeln, die einen Beitrag zu dessen nachhaltiger Bewirtschaftung leisten.
  • auf ein verbessertes Angebot im öffentlichen Nahverkehr hinwirken.
  • die Koordination der vielschichtigen ökologischen Aspekte in die Verantwortung eines/einer „Umweltbeauftragten“ legen.

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Werteorientiert

Das HSBK legt neben der schulischen Ausbildung wert auf die Bildung der Menschen im Rahmen des Erziehungsauftrages. Dieser Wertekanon speist sich im Grundsatz aus der jüdisch - christlichen Tradition und der Aufklärung. Wir respektieren zugleich die Werte eines liberalen Islam und die anderer Religionen. Zu diesen gemeinsamen Werten gehören vornehmlich Menschenwürde, Demokratie, Nächstenliebe, Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz. Unsere Grundfragen nach Werten lauten:

  • was sichert ein gutes Leben an der Schule (das der Lebensqualität dient) und
  • was ermöglicht ein gerechtes Leben an der Schule (das die Menschenwürde nicht verletzt)

Wir halten darum bei der Erfüllung des Erziehungsauftrages für besonders wichtig, ...

  • dass für alle an Schule Beteiligten verbindliche Erziehungsstandards eingehalten werden.
  • dass alle am Erziehungs- und Lernprozess Beteiligten lernen, angemessen und wertschätzend mit ihren Mitmenschen umzugehen.

Wir schaffen einen Rahmen für ein gutes Schulleben, indem wir...

  • die Schule innen und außen für alle am Schulleben beteiligten Menschen zum „Lebensraum“ umgestalten. Beispielhaft seien hier die von Schülerinnen und Schülern erstellten Sitzbänke auf dem Schulhof und die Umgestaltung des Foyers von einer Wartehalle zum „Kommunikationsraum“ genannt.
  • die räumlichen Arbeitsbedingungen der SV und des Schulsozialarbeiters verbessert haben.
  • in Kooperation mit der SV einen Hofdienst eingerichtet haben und der zur Sauberkeit des Schulhofes und -gebäudes beiträgt
  • die Einrichtung einer Servicegebühr einen Arbeitsplatz ermöglichen zur Verbesserung der Hygiene in der Toilettenanlage.
  • auf die veränderten Bildungs- und Lebensbedingungen der Menschen eingehen und uns aktiv an der Oberhausener Bildungsgipfeln beteiligen.
  • unseren Schülerinnen und Schülern Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung ermöglichen; dazu gehören Kurzandachten („Atempausen“) in der Fasten- und Advents-Zeit, AG´ s im sportlichen (Fußball, Kanu u.a.) und kulturellem Bereich (Fotografie; Pantomime u. a.).
  • verstärkt außerschulische Lernorte mit einbeziehen und somit Exkursionen, Klassenfahrten und Projekttage anbieten.

Wir schaffen einen Rahmen für ein gerechtes Schulleben, indem wir...

  • durch Erstellung, regelmäßige Überarbeitung und Aushändigen der Leistungskonzepte an jeden Schüler Transparenz und Berechenbarkeit in der Leistungsbewertung und bei den Leistungsanforderungen schaffen.
  • unsere Schülerinnen und Schüler dazu anhalten, den Lehrkräften und der Schule ein systematisches Feedback zu geben (z.B. mit unserer Online-Bewertung).
  • Flagge gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit zeigen.
  • ein Coolness-Training für Schülerinnen und Schüler anbieten.
  • speziell ausgebildete Kollegen haben, die im Umgang mit gewaltbereiten Schülerinnen und Schülern geschult sind.
  • Gewaltvorkommnissen, nicht zuletzt in der Teilkonferenz, konsequent begegnen. Als Zielsetzung der Teilkonferenz sollen Prävention und Erziehung vor Disziplinar-Maßnahmen stehen.
  • Gewaltvorkommnisse in der Gesellschaft wahrnehmen und entsprechend reagieren. (z.B. Gedenkveranstaltungen).
  • regelmäßig Veranstaltungen im Spektrum von Totalitarismus und Rassismus durchführen (z.B. „Hitlerjunge Salomon“ Sally Perell, z.B. Aussteiger aus der Naziszene).
  • die kulturelle Vielfalt als gegenseitige Bereicherung der Kulturen leben (z.B. im Religions- und Politikunterricht).
  • sprachsensibel in allen Bildungsgängen unterrichten.
  • die Themen Toleranz und Umgang mit Rassismus kontinuierlich als Unterrichtsthemen behandeln.
  • die Transparenz in dem Umgang mit den Haushaltsmitteln in den Abteilungen verstärken.

Wir wollen unser Schulleben noch besser und gerechter machen, indem wir...

  • nach der Sanierung der Fassade und der Umgestaltung der Pausenhalle auch für den Schulhof und in den Gängen die baulichen Voraussetzungen schaffen, dass das Hans-Sachs-Berufskolleg zum noch mehr geschätzten Lebensraum für alle am Schulleben Beteiligten werden kann.
  • das bewährte Lerninselkonzept weiterentwickeln und das Schülerselbstlernzentrum intensiver nutzen.
  • das Angebot der „Atempausen“ erweitern und zu besonderen Anlässen (Schulbeginn, Prüfung etc.) Besinnungen anbieten.
  • ein Konzept zur Minimierung von Unterrichtsstörungen entwickeln.
  • den Tag der offenen Tür in ein gemeinsam getragenes Schulfest integrieren.
  • das Coolness-Training zur Gewaltprävention wieder einführen und ausbauen.
  • ein sinnvolles Feedback- und Beschwerdesystem innerhalb der neuen internen Kommunikationsplattform (Wiki o.ä. ) einrichten
  • die kollegiale Visitation zur Verbesserung unserer Unterrichtsqualität weiterentwickeln.
  • Formen der Lehrerkooperation durch regelmäßige professionelle Planungsarbeit (Steuerungsgruppe, Projektteams, Bildungsgangkonferenzen, …) und gemeinsame Fortbildung des Lehrpersonals intensivieren.
  • das Konzept "Vielfalt gestalten - Teilhabe und Integration durch Bildung am HSBK" auch unter dem Blickwinkel der Sprachsensibilität weiterentwickeln, für das wir entsprechende Personalstellen für Integration (3) und für ein Multiprofessionelles Team (2) erhalten haben und für die Flüchtlingsarbeit verwenden. Schwerpunkt soll die intensivierte, konzeptbasierte Nutzung des vorhandenen Selbstlernzentrums sein für individuelle Förderprozesse im Nachmittagsbereich sowie die Intensivierung der an der Schule bereits stark ausgeprägten Kultur im wertschätzendem und sensiblen Umgang mit kultureller Differenz und Vielfalt.

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Stand: Januar 2017

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